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# Kultur des Genusses: 7 von 10 Gläsern Alkohol werden in Italien beim Essen getrunken
- URL: https://www.suedtirolmagazin.it/kultur-des-genusses-7-von-10-glasern-alkohol-werden-in-italien-beim-essen-getrunken/
- Published: 2026-09-10T19:58:50.000Z
- Updated: 2026-09-10T19:58:50.000Z
- Author: Patrick Graber
- Tags: Südtirol

Während in vielen nordeuropäischen Ländern das sogenannte „Binge Drinking“ – also das Trinken bis zum Rausch – den Behörden Sorgen bereitet, pflegt Italien weiterhin ein grundlegend anderes Verhältnis zum Alkohol: Hierzulande steht der Genuss im Mittelpunkt des Alltags. Eine aktuelle Studie der Universität La Sapienza in Zusammenarbeit mit dem Verband Federvini belegt nun mit klaren Zahlen, wie tief das „mediterrane Modell“ im Land verankert ist.

**Genuss statt Rausch: Die wichtigsten Studienergebnisse**

Die Untersuchung zum Konsumverhalten der Italiener zeichnet ein klares Bild einer ausgeprägten Genuss- und Tischkultur:

- **Fester Bestandteil der Mahlzeiten:** Bei über 70 Prozent der Gelegenheiten (rund 7 von 10 Mal) wird Alkohol direkt zu den Hauptmahlzeiten getrunken – sei es das traditionelle Glas Wein zum Mittag- oder Abendessen oder der klassische Aperitivo in geselliger Runde.
- **Maßvoller Konsum überwiegt:** Die Mehrheit der Bevölkerung trinkt regelmäßig, aber in moderaten Mengen. Alkohol fungiert primär als Essensbegleiter und Geschmacksträger, nicht als Rauschmittel.
- **Vorreiter im EU-Vergleich:** Im europäischen Vergleich gehört Italien bei den Rauschtrink-Exzessen zu den Schlusslichtern. Exzessiver Konsum findet sich fast nur in isolierten Gruppen, während der gesellige Konsum am Tisch den gesellschaftlichen Standard bildet.

**Ein Lebensgefühl, das Südtirol im Blut liegt**

Für Südtirol bestätigen die Ergebnisse im Grunde nur das, was zwischen Vinschgau und Pustertal seit Generationen gelebt wird. Ob das Glas Vernatsch oder Lagrein beim Törggelen, das kühle Bier zur Marende auf der Alm oder das Glas Weißwein beim Feierabend-Treff im Dorfzentrum: Alkohol wird im Land fast ausnahmslos mit gutem Essen und Gemeinschaft verbunden.

Die Studie unterstreicht damit, dass eine tief verankerte Ess- und Trinkkultur der wirksamste Schutz vor unkontrolliertem Konsum ist – ganz nach dem Motto: Qualität vor Quantität.