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# Paukenschlag für Lieferdienste: Glovo muss Ridern auch Wartezeiten bezahlen
- URL: https://www.suedtirolmagazin.it/paukenschlag-fur-lieferdienste-glovo-muss-ridern-auch-wartezeiten-bezahlen/
- Published: 2026-09-11T11:16:37.000Z
- Updated: 2026-09-11T11:30:56.000Z
- Author: Patrick Graber
- Tags: Südtirol, Italien

**Ein historisches Grundsatzurteil erschüttert das Geschäftsmodell großer Bestellplattformen wie Glovo. Auch in Südtirol könnte die Entscheidung weitreichende Folgen für Kuriere, Gastronomen und Kunden haben.**

Ob schnelle Pizza am Feierabend, Sushi oder Burger: Das Bestellen per Smartphone ist längst fester Bestandteil des Alltags geworden. Während in den größeren Zentren Südtirols vor allem Kuriere im Auftrag großer Plattformen wie Glovo unterwegs sind, setzen Lokale im ländlichen Raum und in Städten wie Bruneck oder Brixen meist auf eigene Fahrer. Doch nun gerät das Fundament der gesamten Lieferbranche ins Wanken.

Das Arbeitsgericht Turin hat in einem vielbeachteten Grundsatzurteil entschieden, dass der Lieferdienst-Riese Glovo seinen Kurieren auch die reine Wartezeit zwischen zwei Aufträgen als reguläre Arbeitszeit vergüten muss.

Bislang basierte das System der sogenannten „Gig-Economy“ auf Bezahlung nach Stücklohn: Geld gab es für die Kuriere fast ausschließlich dann, wenn tatsächlich eine Bestellung transportiert wurde. Wer eingeloggt auf dem Smartphone auf den nächsten Auftrag wartete – mitunter minuten- oder stundenlang –, ging leer aus. Das Gericht urteilte nun eindeutig: Wer sich über eine App in Bereitschaft hält und den Anweisungen eines Algorithmus unterliegt, leistet reguläre Arbeit, die voll entlohnt werden muss.

**Was das für Südtirol bedeutet**

Das Urteil aus dem Piemont hat Signalwirkung für das gesamte italienische Arbeitsrecht. Setzt sich diese Rechtsauffassung landesweit durch, wird das klassische Plattform-Modell für Großkonzerne spürbar teurer.

Die Folgen könnten auch in Südtirol spürbar werden: Für Konsumenten könnten mittelfristig die Liefergebühren steigen oder Mindestbestellwerte angehoben werden. Gleichzeitig stärkt das Urteil die Rechte von Beschäftigten in einer Branche, die seit Jahren wegen prekärer Bedingungen in der Kritik steht.

Auch für die lokale Gastronomie im Land ist die Entwicklung brisant: Ein Wandel bei den großen Plattformen könnte den Trend verstärken, Lieferungen künftig wieder verstärkt in Eigenregie und mit fest angestellten Fahrern abzuwickeln.

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