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# Schul-Posse in Salurn: Kinder stehen vor verschlossenem Schultor – Elternvertreter half mit Leiter aus
- URL: https://www.suedtirolmagazin.it/schul-posse-in-salurn-kinder-stehen-vor-verschlossenem-schultor-elternvertreter-half-mit-leiter-aus/
- Published: 2026-09-16T22:58:03.000Z
- Updated: 2026-09-16T22:58:03.000Z
- Author: Patrick Graber
- Tags: Südtirol, Südtirol Chronik

Kopfschütteln und Ärger zum Schulstart im Südtiroler Unterland: An der Grundschule in Salurn standen in den vergangenen Tagen zahlreiche Kinder der deutschsprachigen Sektion frühmorgens vor verschlossenen Toren – und das direkt an einer stark befahrenen Straße.

Hintergrund der skurrilen Situation ist ein bürokratischer Konflikt um Öffnungszeiten und Aufsichtspflichten, wie *Rai Südtirol* berichtet. Das gemeinsame Schulareal wird von der italienischen Schuldirektion verwaltet. Diese entschied vor wenigen Tagen kurzfristig, die Tore des Geländes künftig erst um 7:40 Uhr aufzusperren. Die Begründung: Vor diesem Zeitpunkt gebe es keine offizielle Aufsichtspflicht, zudem stünden versicherungsrechtliche Bedenken im Raum.

**Unterschiedlicher Unterrichtsbeginn sorgt für Chaos**

Was auf dem Papier nach einer simplen Verwaltungsmaßnahme klingt, führte vor Ort zu einem massiven Problem: Der Unterricht an der deutschsprachigen Grundschule beginnt früher als an der italienischen Schule. Zahlreiche Schüler treffen deshalb bereits ab etwa 7:30 Uhr an der Schule ein.

Statt auf das sichere Gelände zu dürfen, mussten die Kinder auf dem Gehsteig direkt an der verkehrsreichen Straße ausharren. „Die Schüler sind oft schon um 7:30 Uhr vor Ort und müssen vor den Toren warten“, schildert Elternvertreter Alexander Tonini die unhaltbare Lage. Die Situation gipfelte darin, dass Tonini seit Montag improvisieren musste und den Kindern teilweise sogar mithilfe einer Leiter über das Tor den Zutritt auf das Schulareal ermöglichte, um sie aus der Gefahrenzone an der Straße zu holen.

**Verärgerte Eltern und vorläufige Lösung ab Donnerstag**

Bei den Eltern sorgte neben dem Sicherheitsrisiko vor allem die Kommunikation für Unmut: Der Beschluss zur späteren Toröffnung wurde ohne vorherige Abstimmung mit den Familien gefasst; die deutsche Schuldirektion sei lediglich kurz mündlich informiert worden.

Nach einem Krisentreffen zwischen den beiden Schuldirektionen gibt es nun zumindest einen ersten Kompromiss: Ab Donnerstag dürfen die Kinder der deutschen Sektion das Schulgelände wieder ab 7:30 Uhr betreten. Die Bedingung: Bis zum regulären Aufsichtsbeginn übernehmen vorerst die Eltern selbst die Aufsicht bzw. Haftung. Schulverwaltung und Gemeinde suchen unterdessen nach einer dauerhaften Lösung für die beiden Sprachgruppen.