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# Streit um Gemeinschaftshäuser: Hausärzte schlagen Alarm – Landesrat Messner hält dagegen
- URL: https://www.suedtirolmagazin.it/streit-um-gemeinschaftshauser-hausarzte-schlagen-alarm-landesrat-messner-halt-dagegen/
- Published: 2026-09-11T09:32:08.000Z
- Updated: 2026-09-11T09:32:08.000Z
- Author: Patrick Graber
- Tags: Südtirol Politik, Südtirol

In Südtirols Primärversorgung brodelt es gewaltig: Zahlreiche Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner warnen in einer gemeinsamen Erklärung vor einer akuten Überlastung. Im Zentrum der Kritik steht die landesweite Reform der Gesundheitsversorgung – allen voran das Modell der neuen „Gemeinschaftshäuser“ (Case di Comunità). Gesundheitslandesrat Hubert Messner weist die Vorwürfe unterdessen zurück und verteidigt die Neuausrichtung.

### Was die Hausärzte kritisieren

Die unterzeichnenden Mediziner schlagen Alarm: Die Anforderungen an die Praxen seien in den vergangenen Jahren durch administrative Hürden, Bürokratie und steigende Patientenzahlen massiv gewachsen. Mit der Einführung der Gemeinschaftshäuser befürchten viele Allgemeinmediziner eine weitere Zersplitterung ihrer Arbeitszeit. Wenn Ärztinnen und Ärzte zusätzliche Dienste in zentralen Strukturen leisten müssen, fehle diese Zeit direkt in den wohnortnahen Ordinationen der Dörfer und Stadtviertel. Viele fürchten zudem um das bewährte, persönliche Vertrauensverhältnis zu ihren Patienten.

### Messners Gegenposition: Entlastung statt Ersatz

Gesundheitslandesrat Hubert Messner trat den Bedenken umgehend entgegen. Die Gemeinschaftshäuser seien keineswegs als Konkurrenz oder Ersatz für die traditionellen Hausarztpraxen konzipiert. Ziel sei es vielmehr, eine gemeinsam getragene Grundversorgung aufzubauen und die Allgemeinmedizin durch die Zusammenarbeit mit Pflegekräften, Fachärzten und Sozialdiensten spürbar zu stützen. Langfristig sollen die Zentren gerade kleinere Praxen entlasten und gleichzeitig den Druck von den oft überfüllten Notaufnahmen der Südtiroler Spitäler nehmen.

### 💡 Fakten & Hintergrund: Was steckt hinter den Gemeinschaftshäusern? *(Dein redaktioneller Mehrwert)*

- **Der PNRR-Hintergrund:** Die Errichtung der Gemeinschaftshäuser („Case di Comunità“) wird im Rahmen des staatlichen Wiederaufbauplans (PNRR) mit Millionen gefördert. Italienweit soll die wohnortnahe Grundversorgung gebündelt werden, um Spitalsaufenthalte zu reduzieren.
- **Zwölf Standorte in Südtirol:** Landesweit sind zwölf solche Zentren geplant. Einige Strukturen (u. a. in Bozen, Brixen, Klausen und Innichen) wurden bereits eröffnet bzw. auf den Weg gebracht.
- **Das Kernproblem Personal:** Während die Gebäude und die Technik dank Fördergeldern stehen, bleibt der Personalmangel die größte Hürde. Wenn bestehende Hausärzte Schichten in den Zentren übernehmen, befürchten Kritiker ein „Loch aufreißen, um ein anderes zu stopfen“.
- **Was das für Patienten bedeutet:** Grundversorgungsdienste sollen künftig länger erreichbar sein – teils bis in die Abendstunden. Ob man dort jedoch seinen gewohnten Hausarzt antrifft oder wechselndes Dienstpersonal, bleibt für viele Südtiroler die offene Frage.

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