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# Vom Absturz auf die Intensivstation zurück ins Leben: Was damals wirklich geschah
- URL: https://www.suedtirolmagazin.it/vom-scheinbaren-ausweg-in-die-abwartsspirale-meine-geschichte-wenn-25-joints-einen-uber-den-tag-begleiten/
- Published: 2026-08-16T09:52:22.000Z
- Updated: 2026-08-21T12:59:49.000Z
- Author: Patrick Graber
- Tags: Nahaufnahme, Geschichten, Mentale Gesundheit

Vor sechs Jahren befand ich mich an einem Punkt, an dem ich nicht mehr weiterwusste. Ich hatte die Kontrolle über mein Leben komplett verloren und kämpfte mit Substanzmissbrauch, schweren Depressionen und Angstzuständen.

Es fing bei einem Joint an und endete bei 20 bis 25 am Tag.

Alles begann scheinbar harmlos: Ich schloss neue Bekanntschaften, wir trafen uns regelmäßig in der Gruppe, schauten Filme und rauchten gemeinsam. Für mich, der damals schon mit psychischen Problemen zu kämpfen hatte, fühlte sich das zunächst wie eine Erleichterung an. Die Substanz machte mich locker, entspannt – und zum ersten Mal hatte ich einen Kreis, mit dem ich Zeit verbrachte. Zu Beginn konsumierte ich ausschließlich in der Gruppe und musste nie dafür bezahlen.

Nach einigen Monaten holte mich der Alltag wieder ein, und alte Sorgen klopften an. Da ich selbst noch gar nicht wusste, wie man einen Joint baut, ließ ich mir von den anderen welche für zu Hause mitgeben – für die Momente, in denen ich allein war. Finanziell fiel das anfangs kaum ins Gewicht, und es half mir vermeintlich, Probleme auszublenden und zu verdrängen.

Es dauerte nicht lange, bis aus gelegentlichen Joints ein tägliches Muster wurde. Anfangs ließ ich mir das Haschisch noch mitbringen, kaufte mir die Utensilien im Tabakladen und brachte mir das Drehen selbst bei. Erst nach einigen Wochen bemerkte ich, dass der angebliche Freund mir das Zeug viel zu teuer verkauft hatte. Ab diesem Moment besorgte ich es mir selbst – was mit der Zeit enorm ins Geld ging.

Ich ignorierte alles um mich herum. Ich dachte naiv, dass ich mit den Substanzen meine Probleme im Griff hätte, doch in Wahrheit wurden sie immer größer. Bald rauchte ich 20 bis 25 Joints am Tag. Die Briefe stapelten sich ungelesen, die Wohnung versank im Chaos und das Geld wurde knapp. Die Abwärtsspirale drehte sich immer schneller: Zu den Drogen kamen lähmende Depressionen und massive Angstzustände. Ich funktionierte nicht mehr, ich überlebte nur noch.

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Die Wohnung im Chaos

Bis zu jenem Tag, an dem die Verzweiflung überhandnahm und ich einen totalen Zusammenbruch erlitt. Ich sah keinen Ausweg mehr und brachte mich in eine lebensgefährliche Situation. Mit letzter Kraft schaffte ich es gerade noch, einen Freund anzurufen, der geistesgegenwärtig sofort das Weiße Kreuz verständigte.

Die Sanitäter handelten im Krankenwagen sofort, ich verlor das Bewusstsein. Am nächsten Tag wachte ich auf der Intensivstation auf – und wurde von dort etwas später in die Psychiatrie verlegt. Es war der absolute Tiefpunkt meines Lebens, aber gleichzeitig der Moment, an dem der Weg zurück beginnen musste.

Dass ich heute überhaupt noch hier sein und diese Zeilen schreiben kann, verdanke ich zwei Menschen ganz besonders: **David und Marco**. Danke, dass ihr in diesem entscheidenden Moment nicht gezögert, sofort den Notruf gewählt und mir damit das Leben gerettet habt. Und danke, dass ihr mich gleich am nächsten Tag im Krankenhaus besucht und mir gezeigt habt, dass ich nicht allein bin. Eure Menschlichkeit und euer schnelles Handeln werde ich euch mein Leben lang nicht vergessen.

Ich war in einer totalen Abwärtsspirale gefangen, in der 20 bis 25 Joints meinen Alltag bestimmt haben und die mich am Ende auf die Intensivstation und in die Psychiatrie geführt hat. Es ist eine Geschichte, die ich nie vergessen werde. Aber heute stehe ich hier: Ich bin zufrieden, glücklich und unendlich dankbar, am Leben zu sein. Es ist für mich an der Zeit, diese Geschichte öffentlich zu machen und Mut zu beweisen. Wenn du dich gerade selbst in einer scheinbar ausweglosen Lage befindest: Gib nicht auf. Es gibt immer einen Weg zurück ins Leben, egal wie tief man gefallen ist.

**Wichtiger Hinweis:** Wenn du dich in einer schweren Krise befindest, mit Depressionen oder Suchtproblemen kämpfst, bist du nicht allein. Es gibt kostenlose, vertrauliche Hilfe:

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