Wie viel verdient man in Südtirol eigentlich, und wie hat sich das seit 2019 entwickelt? Das Landesinstitut für Statistik ASTAT hat dazu zwei neue Berichte veröffentlicht: einen zur Privatwirtschaft und einen zum öffentlichen Dienst. Die Tabellen sind sehr ausführlich, deshalb haben wir die wichtigsten Zahlen zum Anklicken aufbereitet.
In der Privatwirtschaft arbeiten 224.445 Menschen als Angestellte oder Arbeiter. Die Hälfte von ihnen verdient weniger als 29.851 Euro brutto im Jahr, das ist der Median. Im öffentlichen Dienst mit 55.997 Beschäftigten liegt der Median bei 38.213 Euro.
Die Gehälter sind seit 2019 gestiegen, die Preise aber stärker: In Bozen lag die Inflation in diesem Zeitraum bei 20,4 Prozent. Real, also nach Abzug der Inflation, haben die Beschäftigten deshalb weniger in der Tasche als vor fünf Jahren. In der Privatwirtschaft liegt der Median real 8,4 Prozent unter dem Wert von 2019, im öffentlichen Dienst 3,5 Prozent. 2024 hat sich die Lage in der Privatwirtschaft etwas entspannt: Die Inflation sank auf 1,4 Prozent, und die Gehälter stiegen real um 2,1 Prozent. Das Niveau von 2019 ist laut ASTAT aber noch nicht wieder erreicht.
Im Dashboard unten kannst du selbst nachsehen: Wer hat am meisten verloren? Welche Branche zahlt wie viel? Und was wäre dein Gehalt von 2019 heute wert? Die Zahlen sind brutto und stammen vom INPS, ausgewertet von ASTAT.
Was verdient Südtirol?
Die Gehalts-Statistiken des Landesinstituts ASTAT, einfach erklärt und zum Anklicken: Privatwirtschaft und öffentlicher Dienst im Jahr 2024 – und was die Inflation seit 2019 daraus gemacht hat.
Privatwirtschaft
Abhängig Beschäftigte, Jahr 2024
Öffentlicher Dienst
Abhängig Beschäftigte, Jahr 2024
Vollzeit und Teilzeit im Vergleich
Median der Bruttojahresentlohnung 2024 – tippe auf eine Zeile
Privatwirtschaft und öffentlicher Dienst stammen aus zwei verschiedenen Berichten und Datenarchiven des INPS. Die Zahlen sind brutto im sozialversicherungspflichtigen Sinn, auf ein Vollzeitjahr (312 Tage) hochgerechnet – nicht das steuerpflichtige Einkommen und nicht das Netto.
Wer hat seit 2019 am meisten verloren?
Veränderung der Bruttojahresentlohnung 2019 → 2024, Privatwirtschaft
Nominal = Zahl auf dem Gehaltszettel, ohne Preise zu berücksichtigen. Real = inflationsbereinigt (FOI-Index ohne Tabak, Bozen). Die Gruppe „Anderes“ (sehr wenige Personen, starke Ausreißer) ist hier nicht abgebildet.
Welche Branche zahlt wie viel?
Bruttojahresentlohnung 2024 nach Kollektivvertrag, Privatwirtschaft. Die gestrichelte Linie zeigt den Wert für alle zusammen.
Die größten Branchen
Beschäftigte und Median 2024
43.345 Beschäftigte28.947 €
24.013 Beschäftigte26.643 €
19.247 Beschäftigte24.927 €
Alle drei liegen deutlich unter dem Median aller Beschäftigten (29.851 €).
Wo es am stärksten ins Minus ging
Reale Veränderung 2019 → 2024 (Durchschnitt)
nominal sogar −1,2 %−18,0 %
nominal +12,0 %−7,0 %
Real sanken die Gehälter bei allen zehn untersuchten Verträgen.
Wer verdient wie viel im öffentlichen Dienst?
Median der Bruttojahresentlohnung 2024 nach Vertragsgruppe
Wie verteilen sich die Gehälter?
Vollzeit: durchschnittliche Bruttojahresentlohnung je Zehntel der Beschäftigten (Dezil), 2019 und 2024
Frauen, Teilzeit, Alter
Die Altersgruppe 55–59 hat 9.830 Personen (17,6 %). Laut ASTAT liegt das an der Bevölkerungsstruktur, am angehobenen Rentenalter und am Einstellungsstopp im letzten Jahrzehnt.
Reale Veränderung seit 2019
Median je Vertragsgruppe
Insgesamt −3,5 %. Als Gründe nennt ASTAT ausbleibende Vertragsverlängerungen und die hohe Inflation 2022 und 2023.
Was wäre mein Gehalt von 2019 heute wert?
Ein Rechenbeispiel mit den ASTAT-Werten. Keine Beratung, nur zur Orientierung.
Die Preise in Bozen stiegen von 2019 bis 2024 um 20,4 % (FOI-Index ohne Tabak). Die Gehaltsentwicklungen sind die Medianwerte laut ASTAT: Privatwirtschaft +10,3 %, öffentlicher Dienst +16,2 % (nominal). Dein persönliches Gehalt kann stark abweichen.