Mit dem Einzug des Herbstes rückt in Südtirols Mehrfamilienhäusern der Start der Heizperiode näher. Für viele Eigentümer und Mieter zeichnet sich jedoch eine unangenehme Entwicklung ab: Das Heizen in Kondominien wird in diesem Winter spürbar teurer.

In wenigen Wochen werden in Südtirols Kondominien wieder die Zentralheizungen hochgefahren. Doch wer in einem Mehrfamilienhaus mit zentraler Heizanlage lebt, muss sich in der kommenden Abrechnungsperiode auf höhere Spesen einstellen. Verschiedene Faktoren treiben die Kosten für Raumwärme und Warmwasseraufbereitung nach oben.

Energiepreise und Beschaffungskosten belasten die Abrechnung

Obwohl sich die Energiemärkte nach den extremen Spitzen der vergangenen Jahre etwas beruhigt haben, bleiben die Einkaufspreise für Erdgas, Fernwärme und Heizöl auf einem anhaltend gehobenen Niveau. Hinzu kommen veränderte Vertragskonditionen bei vielen Lieferanten: Auslaufende Festpreisverträge werden zunehmend durch flexible Tarife ersetzt, die Preisrisiken direkter an die Endverbraucher weitergeben.

Auch die Ausgaben für die laufende Wartung, gesetzlich vorgeschriebene Überprüfungen der Heizanlagen und der Austausch von Messgeräten haben infolge der allgemeinen Teuerung im Handwerksbereich zugelegt.

Individuelle Abrechnung setzt Sparanreize

In Kondominien mit zentraler Heizanlage erfolgt die Abrechnung nach den Vorgaben der Verbrauchserfassung: Ein fester Grundanteil wird über die Tausendstel-Anteile (Millesimi) auf alle Parteien verteilt, während der variable Hauptteil über die individuellen Wärmemengenzähler an den Heizkörpern erfasst wird.

Verbraucherschützer raten Bewohnern deshalb, bereits vor Beginn der Heiztage aktiv zu werden:

  • Heizkörper entlüften: Gluckernde Heizkörper heizen ineffizient und treiben den Verbrauch in die Höhe.
  • Thermostatventile prüfen: Schon ein Absenken der Raumtemperatur um ein Grad Celsius spart rund 6 % an Heizenergie ein.
  • Heizzeiten abstimmen: In der Kondominiumsversammlung sollte darauf geachtet werden, dass die Betriebszeiten der Heizanlage realistisch an den tatsächlichen Bedarf im Haus angepasst sind.

Mit den ersten kühlen Nächten im Oktober wird sich zeigen, wie stark die Kondominiumsverwalter die monatlichen Vorschusszahlungen (Spesen) anheben müssen, um teure Nachzahlungen am Ende des Winters zu vermeiden.