Der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die Privatsender rücken in Deutschland enger zusammen. Das ZDF und ProSiebenSat.1 haben eine umfassende Partnerschaft vereinbart: Ab dem vierten Quartal 2026 werden On-Demand-Inhalte des ZDF direkt auf der Streaming-Plattform Joyn verfügbar sein.

Mit diesem Schritt bauen die beiden Medienhäuser ihre bestehende Zusammenarbeit aus. Bislang waren die Live-TV-Signale des ZDF auf Joyn vertreten – künftig zieht auch der Abruf-Content nach.

Was ändert sich für Nutzerinnen und Nutzer?

Wer Joyn nutzt, bekommt ab Ende 2026 direkten Zugriff auf ein breites Spektrum des ZDF-Portfolios.

  • Kostenlos & Werbefrei: Die bereitgestellten ZDF-Inhalte bleiben auch auf Joyn ohne zusätzliche Kosten und werbefrei abrufbar.
  • Volles Programm: Das Angebot umfasst Nachrichten, Dokumentationen, Kultur, Factual-Entertainment und fiktionale Formate.
  • Nahtlose Integration: Die Inhalte werden technisch direkt in die Joyn-Oberfläche eingebunden und lassen sich dort abspielen.
Wichtig: Die eigene ZDFmediathek bleibt weiterhin das Hauptzuhause des Anbieters. Auch die redaktionelle Hoheit über das Material verbleibt vollständig beim ZDF.

Ein Signal gegen die globale Konkurrenz

Hinter dem Deal steckt eine klare Strategie im Kampf gegen internationale Streaming-Giganten wie Netflix, Amazon Prime Video oder Disney+. Das ZDF möchte seine Sichtbarkeit im digitalen Raum erhöhen, während Joyn sein Content-Angebot für die eigene Nutzerschaft massiv aufwertet.

"Unser Auftrag ist es, möglichst viele Menschen mit unseren hochwertigen Angeboten zu erreichen. Wenn ZDF-Streaming-Inhalte künftig auch auf Joyn auffindbar sind, stärken wir die Sichtbarkeit öffentlich-rechtlicher journalistischer Angebote im digitalen Raum."

Dr. Florian Kumb, Direktor Audience des ZDF

Auch seitens ProSiebenSat.1 betont man die Bedeutung für das duale Mediensystem in Deutschland. Nicole Agudo Berbel (Chief Distribution & Partnerships Officer) sieht in der Kooperation ein zukunftsweisendes Signal, wie private und öffentlich-rechtliche Akteure im digitalen Wettbewerb gemeinsam agieren können.