In den Bozner Straßen wird es für Poser und Besitzer lauter Auspuffanlagen ab sofort ungemütlich: Die Stadtpolizei Bozen hat technisch nachgerüstet und nimmt gezielt Fahrzeuge ins Visier, die durch übermäßigen Lärm auffallen. Mit einem neuen, hochpräzisen Schallpegelmessgerät können Beamte nun direkt vor Ort gerichtsverwertbare Messungen durchführen und empfindliche Strafen verhängen.

Gezielte Jagd auf manipulierte Auspuffe

Die Beschwerden von Anwohnern – insbesondere entlang der großen Achsen wie der Drususstraße, der Rombrücke oder dem Bozner Boden – rissen in den vergangenen Monaten nicht ab. Nächtliche Beschleunigungsrennen, aufheulende Motoren und bewusst manipulierte Auspuffanlagen sorgen seit Langem für dicke Luft und schlaflose Nächte in den Wohnvierteln.

Bislang gestaltete sich der rechtliche Nachweis bei Kontrollen oft mühsam. Mit dem neu angeschafften Spezialgerät ändert sich das grundlegend: Die Beamten sind nun in der Lage, den Dezibelpegel von Autos und Motorrädern unmittelbar am Straßenrand exakt nach den Vorgaben der Straßenverkehrsordnung zu protokollieren.

Saftige Strafen und Stilllegungen drohen

Wer die zulässigen Grenzwerte überschreitet oder illegale Manipulationen an Schalldämpfern und Abgasanlagen vorgenommen hat, muss mit harten Konsequenzen rechnen:

  • Geldbußen: Mehrere hundert Euro Strafe werden bei Verstößen fällig.
  • Fahrzeugstilllegung: Bei gravierenden technischen Veränderungen oder fehlender Betriebserlaubnis kann das Fahrzeug direkt vor Ort aus dem Verkehr gezogen werden.
  • Vorführung zur Revision: Betroffene Lenker müssen ihr Fahrzeug nach Rückbau bei der Prüfstelle vorführen.

Die Stadtpolizei kündigte an, die Kontrollen vor allem in den Abend- und Nachtstunden sowie an bekannten Treffpunkten der Szene spürbar zu verschärfen.