Ich, Patrick, habe mit dem SÜDTIROL MAGAZIN vor über einem Monat angefangen – zuerst für mich ganz persönlich und seit gut zwei Wochen mit täglichen Nachrichten aus Südtirol.
Das, was bei euch als Leser ankommt, ist ein fertiger Artikel. Doch was dahintersteckt, ist harte Arbeit: Sie fängt morgens bei der Recherche an, geht über das Verfassen der Texte und Erstellen von Grafiken und hört spät abends bei der Betreuung der Community auf.
Mein Alltag hat sich seither massiv verändert. Ich bin quasi rund um die Uhr im Einsatz – 7 Tage die Woche. Denn wenn im Land etwas passiert, soll die Information nicht erst morgen, sondern sofort bei euch sein.
Und man beginnt automatisch, sich mit den großen Playern im Land zu messen. Man schaut auf Zahlen, analysiert die Reichweite und hofft, dass etwas dabei herauskommt. Es ist eine Arbeit, bei der man an persönliche Grenzen gerät. So wie heute…
Es ist ein ständiges Gedankenkarussell. Man fragt sich ununterbrochen: Bin ich gut genug? Habe ich als Einzelkämpfer überhaupt eine Chance gegen etablierte Medienhäuser? Ist man beispielsweise der Erste mit einer News, landet der eigene Beitrag bei Google oft trotzdem weiter unten, weil kurz darauf die großen Portale mit ihrer gewaltigen Domain-Macht nachziehen und sich die Reichweite gegenseitig zuspielen.
Wenn etablierte Medien eine Meldung bringen, haben sie sofort Tausende Leser. Bringe ich eine News, startet der Zähler jedes Mal bei null. Es fühlt sich oft an wie ein ungleicher Kampf: David gegen Goliath.
Gibt es überhaupt einen dauerhaften Platz für eine unabhängige, kleine Seite wie das Südtirol Magazin?
Ich habe keine Redaktion im Hintergrund, kein riesiges Budget und keine 70.000 Follower.
Und doch stehe ich heute bei fast 3.000 Followern, erreiche auf Facebook knapp 190.000 Menschen und verzeichne über 950.000 Aufrufe. In den letzten zwei Wochen haben über 23.000 Menschen die Website besucht, und allein letzte Woche gab es mehr als 1.000 Reaktionen auf meine Beiträge. Das sind beachtliche Zahlen. Aber in meinem Kopf kommt die Stimme: Ist das wirklich gut genug?
Eigentlich müsste ich mir selbst auf die Schulter klopfen. Aber an Tagen wie heute gelingt mir das nicht. Es fühlt sich immer nach zu wenig an, und die Freude über das Erreichte wird von Zweifeln überlagert.
An solchen Tagen brauche ich euch, liebe Community. Ich brauche euer Feedback, einen ehrlichen Kommentar oder ein Lebenszeichen, das mich wieder aufbaut. Denn das ist aktuell mein einziger Lohn. Während große Portale vollgestopft sind mit Werbebannern, Pop-ups und Bezahlschranken, gibt es hier keine Paywall und keine störende Werbung. Ich trage die gesamten Server- und Betriebskosten derzeit komplett alleine. Wenn man dann sieht, dass täglich Tausende mitlesen, aber das Angebot, das Projekt mit einem symbolischen Kaffee zu unterstützen, ins Leere läuft, fragt man sich unweigerlich: Mache ich etwas grundlegend falsch?
Und dann gibt es Momente, die einem Hoffnung machen: Diese Woche schrieb mich ein größeres Gastronomie-Unternehmen an, ob ich über ihre Neueröffnung in Bozen berichten könne. Ich habe mich riesig gefreut, mich sofort an die Arbeit gemacht und der Artikel schoss auf Google prompt auf Platz 1. Als ich dann aber vorsichtig nachfragte, ob sie vielleicht ein paar Gutscheine für eine kleine Verlosung an meine treue Community beisteuern möchten, kam einfach gar keine Antwort mehr.
In solchen Momenten fühlt man sich ausgenutzt. Man gibt Energie, liefert Reichweite – und bleibt am Ende mit leeren Händen zurück. Und das Gedankenkarussell dreht sich wieder von vorn.
Warum ich trotzdem weitermache? Wegen eures Rückhalts. Wegen der vielen positiven Nachrichten und Menschen, die den Wert dieser Arbeit schätzen. Aufgeben will ich nicht.
Das ist im Moment meine ganz persönliche Nahaufnahme hinter den Kulissen des Südtirol Magazins.
Danke an jeden Einzelnen von euch, der sich die Zeit genommen hat, diese Zeilen zu lesen.
Herzliche Grüße
Patrick
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