Überraschende Wende im europäischen KI-Machtkampf: Nach rund einem halben Jahr Pause kehrt ChatGPT ab sofort als direkt integrierter Chatbot auf WhatsApp zurück. Dahinter steckt kein freiwilliges Einlenken von Mark Zuckerberg, sondern eine knallharte, einstweilige Verfügung der EU-Kommission, die den Meta-Konzern in die Knie gezwungen hat.

Es ist das Comeback des Tages im europäischen Digitalraum: Wer den verifizierten Kontakt von OpenAI (über die Nummer 1-800-CHATGPT) in WhatsApp einspeichert oder den direkten Chat-Link anklickt, kann ab sofort wieder wie mit einer echten Person mit der künstlichen Intelligenz schreiben. Der Bot beantwortet Fragen, verarbeitet hochgeladene Bilder, nimmt Sprachnachrichten entgegen und generiert sogar KI-Bilder direkt im Messenger.

Dass dieses Feature plötzlich wieder im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) freigeschaltet wurde, gleicht einer Sensation.

Warum ChatGPT überhaupt verschwunden war

Blicken wir kurz zurück: Am 15. Januar 2026 änderte Meta kurzerhand seine Richtlinien für die WhatsApp-Business-Schnittstelle. Universellen KI-Assistenten von Drittanbietern wurde kurzerhand der Stecker gezogen. Neben ChatGPT flogen auch Microsofts Copilot und Perplexity von der Plattform.

Meta begründete das offiziell mit einer zu hohen Systemlast durch die Chatbots. Beobachter waren sich jedoch einig: Meta wollte schlichtweg lästige Konkurrenz vom Hof jagen, um den hauseigenen Assistenten „Meta AI“ als Monopolisten auf WhatsApp zu etablieren.

Die EU-Kommission greift knallhart durch

Diese Wettbewerbsverzerrung rief die europäische Kartellbehörde auf den Plan. Die EU-Kommission erließ nun im laufenden Verfahren eine seltene, einstweilige Anordnung gegen Meta. Die Begründung: Meta darf seine enorme Plattform-Macht bei Messengern nicht missbrauchen, um den KI-Markt zu kontrollieren, bevor dieser sich überhaupt richtig entwickeln kann.

Meta wurde unter Androhung von gigantischen Strafzahlungen (bis zu 10 % des weltweiten Jahresumsatzes) dazu verdonnert, Drittanbieter-KIs den Zugriff auf WhatsApp vorerst wieder komplett kostenfrei zu gestatten, bis das Hauptverfahren final abgeschlossen ist.

Komfortabel, aber Achtung beim Datenschutz

Für Nutzer ist die Rückkehr extrem komfortabel, da WhatsApp im Alltag ohnehin meistens geöffnet ist. Dennoch raten Experten zur Vorsicht bei der Nutzung:

Da die Chats über die Server von Meta und OpenAI laufen, sollten sensible Firmendaten, Quellcodes, vertrauliche Dokumente oder Passwörter auf keinen Fall in den WhatsApp-Chat mit ChatGPT getippt werden. Hier greifen die üblichen, strengen Firmen-Sicherheitsrichtlinien der normalen Apps nicht.

Wer den Bot ausprobieren möchte, kann den Chat ab sofort wieder wie gewohnt starten – exklusiv in Europa.