Ein handfester Betrugsfall erschüttert das Umfeld des Südtiroler Nahverkehrsbetriebs SASA: Die Bozner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen ehemaligen Busfahrer des Unternehmens. Er steht im dringenden Verdacht, mehreren seiner damaligen Arbeitskollegen gefälschte Sprachzertifikate gegen teures Geld versprochen und verkauft zu haben. Der Gesamtschaden soll sich auf mehrere tausend Euro belaufen.
Das perfide System hinter dem Zertifikate-Schwindel Im öffentlichen Nahverkehr in Südtirol sind Sprachzertifikate bzw. der Nachweis der Zweisprachigkeit entscheidend für feste Anstellungsverträge, berufliche Aufstiegschancen und finanzielle Zulagen. Genau diesen Druck nutzte der Beschuldigte offenbar gezielt aus: Er soll Kollegen vorgegaukelt haben, über beste Kontakte zu offiziellen Prüfstellen oder Bildungsinstituten zu verfügen und gegen Barzahlungen gültige Sprachnachweise beschaffen zu können.
Mehrere Fahrer fielen auf das Angebot herein und zahlten teils beträchtliche Summen. Statt der erhofften offiziellen Anerkennung erhielten sie jedoch wertlose Fälschungen, die bei genauerer behördlicher Prüfung sofort aufflogen.
Ermittlungen und rechtliche Konsequenzen Nachdem erste Betroffene Verdacht schöpften und die Unregelmäßigkeiten aufflogen, schalteten sich die Ermittlungsbehörden ein. Neben dem Betrugsvorwurf stehen auch Urkundenfälschung und der Versuch der Täuschung öffentlicher Stellen im Raum. Für den mutmaßlichen Drahtzieher gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.