Videobeitrag von Südtirol heute.
In unzähligen Lebensmitteln und fast jedem Softdrink steckt er: Zucker. Er versüßt uns zwar den Alltag, doch die gesundheitlichen Folgen von übermäßigem Zuckerkonsum sind längst kein Geheimnis mehr. Um dem schlechten Gewissen zu entkommen, greifen immer mehr Menschen zu sogenannten Zero-Getränken. Das verlockende Versprechen der Verpackung: voller Geschmack, aber kein Zucker und keine Kalorien. Doch sind diese Lifestyle-Drinks wirklich so unbedenklich?
Das falsche Gefühl der totalen Freiheit
Laut aktueller wissenschaftlicher Datenlage geht von den zugelassenen künstlichen Süßstoffen bei einem Konsum in normalen Mengen kein direktes gesundheitliches Risiko aus. Doch Ernährungstherapeuten schlagen aus einem ganz anderen Grund Alarm: Das eigentliche Risiko liegt vielmehr im veränderten Ess- und Konsumverhalten.
Durch die Tabuisierung und Verteufelung von Kalorien und Zucker entsteht oft der Trugschluss, Zero-Produkte seien uneingeschränkt gesund. Wer glaubt, eine vollkommen risikofreie Alternative gefunden zu haben, neigt schnell dazu, diese Getränke in übermäßigen Mengen zu konsumieren. In Deutschland machen zuckerfreie Varianten laut Coca-Cola mittlerweile fast 40 % der verkauften Produkte aus, und auch in Südtirol steigt der Konsum von Zero-Produkten spürbar an.
Wie Süßstoffe unseren Geschmackssinn täuschen
Ein oft unterschätzter Nebeneffekt von Diät- und Light-Getränken betrifft unsere eigene Wahrnehmung. Durch die intensive Süße der künstlichen Ersatzstoffe verändert und desensibilisiert sich unser Geschmackssinn im Laufe der Zeit. Das führt im schlimmsten Fall dazu, dass ganz natürliche und gesunde Lebensmittel – wie etwa frisches Obst – vom Körper nicht mehr als ausreichend süß oder befriedigend wahrgenommen werden.
Zuckerfreie Getränke sind zwar unter dem Aspekt der Kalorienreduktion die bessere Wahl als klassische Zuckerbomben, aber sie sind noch lange nicht automatisch gesund.
Was wirklich in der Flasche steckt
Das Fehlen von Zucker bedeutet keineswegs, dass ein Getränk naturbelassen ist. Um den gewohnten Geschmack, die Konsistenz und die Optik zu erhalten, greift die Softdrink-Industrie tief in die Trickkiste: Künstliche Aromen, Farbstoffe und Säuerungsmittel füllen das kalorienfreie Glas.
Fazit: Genuss in Maßen statt in Massen
Für eine ausgewogene Ernährung empfiehlt sich eine goldene Regel, die für die gesamte Eskultur gilt: Lieber kleinere Mengen, diese dafür aber mit vollem Genuss konsumieren. Zero-Getränke sollten nicht als Freifahrtschein für literweisen Konsum verstanden werden, sondern als gelegentliche Abwechslung. Am Ende gilt: Egal, was die Getränkeindustrie noch erfindet – die gesündeste und natürlichste Lösung für unseren Körper bleibt reines Wasser.
Das Video von Südtirol heute kannst du dir direkt (oben) hier auf Südtirol Now anschauen.
Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einem Videobericht von Südtirol heute (ORF Südtirol). Das vollständige Video mit allen Interviews und Hintergründen zum Thema finden Sie hier auf YouTube: Sind Zero-Getränke gesund? | Südtirol heute