Neue Zahlen zeichnen ein extremes Bild: Die Südtiroler Bevölkerung hat im vergangenen Jahr die unfassbare Summe von über 1 Milliarde Euro beim Glücksspiel eingesetzt. Vor allem das Online-Geschäft boomt – mit besorgniserregenden Trends.
Bozen – Es ist eine Zahl, die sprachlos macht: Über 1.000.000.000 Euro flossen im vergangenen Jahr in Südtirol in Lottoscheine, Spielautomaten, Rubbellose und Online-Casinos. Das geht aus den aktuellen Auswertungen der italienischen Zoll- und Monopolbehörde (ADM) hervor.
Umgerechnet bedeutet das: Jeder einzelne Südtiroler – vom Säugling bis zum Rentner – verspielt rein rechnerisch rund 1.000 Euro pro Jahr.
Der Wandel: Das Smartphone wird zum Casino
Während früher vor allem Automaten in Bar-Ecken oder Spielhallen dominierten, verlagert sich das Laster immer stärker ins Netz:
- Klassisch vor Ort: Rund 539 Millionen Euro wurden in physischen Spielformen wie Videolotterien (VLT), klassischen Automaten oder Sofortlotterien (Rubbellosen) umgesetzt.
- Online-Boom: Fast gleichauf liegt mittlerweile das virtuelle Glücksspiel. Über 464 Millionen Euro wurden im Internet verspielt – Tendenz stark steigend.
Besonders beliebt im Netz: Sogenannte Online-Geschicklichkeitsspiele und virtuelle Slots, die allein knapp 370 Millionen Euro ausmachten.
Südtirol schlägt Nachbarprovinz deutlich
Im direkten Vergleich mit der Nachbarprovinz Trentino greifen die Menschen in Südtirol beim physischen Glücksspiel deutlich tiefer in die Tasche: Rund 140 Millionen Euro mehr wurden hierzulande in Automaten und Scheine gesteckt.
Suchtberater und Experten schlagen wegen der Entwicklung Alarm. Vor allem der unkomplizierte Zugang über Smartphones führe dazu, dass immer jüngere Menschen in die Schulden- und Suchtfalle geraten.