Eine Demenzerkrankung verändert das Leben von einem Tag auf den anderen – nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern für ganze Familien. Anlässlich des heutigen Welt-Alzheimer-Tages rückt eine Zahl ins Bewusstsein, die das Ausmaß der Herausforderung im Land verdeutlicht: Rund 5.000 Menschen leben in Südtirol mit einer Demenzerkrankung. Um pflegende Angehörige nicht im Bürokratie-Dschungel allein zu lassen, baut das Centro di Tutela dei Diritti del Malato seine Hilfsangebote nun noch gezielter aus – und kommt dafür direkt in die Wohnzimmer.

Wenn der Alltag zur Zerreißprobe wird

Dahinter stehen keine anonymen Statistiken, sondern Zehntausende Partner, Kinder und Enkelkinder im ganzen Land, die die Pflege oft über Jahre hinweg im Stillen stemmen. Neben der emotionalen Belastung, wenn ein geliebter Mensch nach und nach Erinnerungen und Selbstständigkeit verliert, stehen Familien häufig vor ganz praktischen Hürden:

  • Welche finanziellen Pflegegelder und Unterstützungen stehen uns zu?
  • Wie beantragt man Hilfsmittel oder Einstufungen bei der Pflegeversicherung?
  • Welche Entlastungsdienste gibt es im jeweiligen Bezirk?

Unterstützung direkt daheim: Hilfe ohne Barrieren

Genau hier setzt das Centro di Tutela dei Diritti del Malato an. Viele Betroffene können mit fortschreitender Krankheit nicht mehr einfach ins Auto steigen oder Ämter aufsuchen.

„Wir bieten Orientierung, persönliche Beratung und kommen im Bedarfsfall direkt zu den Familien nach Hause“, betont Direktor Stefano Mascheroni, der die Situation vieler Angehöriger aus eigener familiärer Erfahrung kennt.

Das Angebot versteht sich als unkomplizierte erste Anlaufstelle:

  1. Beratung & Orientierung: Klärung bestehender Rechte im Südtiroler Sanitäts- und Sozialwesen.
  2. Formulare & Anträge: Begleitung beim Ausfüllen von Anträgen für Pflege- und Hilfsleistungen.
  3. Hausbesuche: Konkrete Entlastung für Familien, deren Angehörige das Haus nicht mehr verlassen können.

Ein Zeichen gegen das Vergessen

Der Welt-Alzheimer-Tag erinnert daran, dass Pflege zu Hause eine enorme gesellschaftliche Leistung ist. Pflegende Angehörige sind das Rückgrat der Betreuung in Südtirol – und sie dürfen mit diesen Herausforderungen nicht allein gelassen werden.

Wo Angehörige Hilfe finden:

Betroffene Familien können sich für Beratung und Unterstützung direkt an das Centro di Tutela dei Diritti del Malato Alto Adige wenden (Sitz in Bozen, Loew-Cadonna-Platz 12, Kontakt: info@tdmaa.org / Tel. 0471 1815538) oder an die regionalen Sozial- und Sprengeldienste der jeweiligen Bezirksgemeinschaften.