Abrechnung mit dem System: Wie mich das ZPG heute in einen Rückfall getrieben hat
Im vorherigen Artikel habe ich sachlich und professionell berichtet – vielleicht zu professionell. Jetzt ist es an der Zeit, meine persönliche Geschichte zu erzählen. Ich will offen legen, was heute passiert ist und wie die Aussage eines Krankenpflegers letztlich zu einem Rückfall geführt hat.
Der Auslöser: Ein kaputtes Fahrrad und fehlende Alternativen
Gestern habe ich festgestellt, dass mein Fahrrad einen Reifenplatzer hat. Da ich heute um 14:00 Uhr einen Termin im Zentrum für Psychische Gesundheit (ZPG) für meine Depot-Spritze hatte, schilderte ich der Krankenschwester und meiner Betreuerin rechtzeitig die Situation, um gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.
Mir wird beim Busfahren extrem übel. Deshalb bat ich darum, den Termin um ein paar Tage zu verschieben – zumal es mir gut ging –, mir die Spritze direkt in der Psychiatrie verabreichen zu lassen oder die Anfahrt per Taxi zu organisieren. Aus einer vergangenen Erfahrung, bei der mir zu siebt die Polizei geschickt wurde, um mich zur Spritze in die Psychiatrie zu begleiten, hatte ich enorme Angst, den Termin einfach verstreichen zu lassen.
Doch keine meiner Optionen wurde akzeptiert. Eine angenehme Lösung gab es für mich nicht – mir wurde lediglich gesagt, ich müsse pünktlich erscheinen.
Eine verletzende Aussage vor Ort
Als ich im ZPG ankam, war ich zunächst erleichtert, die Busfahrt ohne Übelkeit überstanden zu haben. Doch während mir die Spritze verabreicht wurde, sagte der Krankenpfleger F. N. wortwörtlich zu mir: „Wir rennen dir nicht hinterher.“
Diese Aussage hat mich tief getroffen. Ich hatte die Situation im Vorfeld auf allen Ebenen offen geschildert und geklärt. Statt Verständnis zu erfahren, wurde mein Anliegen so abgetan.
Die Quittung auf dem Heimweg und der Rückfall
Auf der Rückfahrt im Bus passierte das, wovor ich mich gefürchtet hatte: Nach etwa der halben Strecke überkam mich eine so starke Übelkeit, dass ich an der nächsten Haltestelle aussteigen und mich übergeben musste. Den restlichen Weg – immerhin 45 Minuten – musste ich zu Fuß nach Hause gehen.
Die ganze Zeit über fühlte ich mich vom Fachpersonal ignoriert, entmachtet und provoziert. Der Umstand, dass ich mich auf der Straße übergeben musste, gab mir den Rest. Nach Jahren der Abstinenz kaufte ich mir aus Frust und Überforderung Cannabis für 15 Euro. Zu Hause im Hof nahm ich ein paar Züge – ein kleiner Rückfall. Noch immer von Gefühlen der Hilflosigkeit und Ungerechtigkeit überrollt, schrie ich mein Leid im Hof mehrfach laut heraus.
Nachdem ich wieder in der Wohnung war, verfasste ich sofort eine E-Mail an die Leitung des ZPG, um die Vorfälle und meine Meinung klar und deutlich festzuhalten.

Warum Fachpersonal Kante zeigen muss – und ich es jetzt tue
Ich bin Stresssituationen und Ausnahmezustände gewohnt. Aber ich verstehe nicht, wie Fachpersonal gegenüber einem Menschen mit Borderline an einem Freitagnachmittag um 16:00 Uhr vor dem Wochenende derart empathielos agieren kann. Ein solches Verhalten bringt Betroffene in tiefste Verzweiflung.
Für den Konsum übernehme ich selbst die Verantwortung – das war meine Entscheidung. Dennoch war der heutige Tag ein Lehrstück darüber, wie Betroffene im System übersehen werden. Ich bin nicht mehr bereit, mich zu verbiegen oder klein beizugeben, wenn meine Bedenken als Witz abgetan werden. Von Fachpersonal in einer Einrichtung für psychische Gesundheit erwarte ich Professionalität und Respekt auf Augenhöhe.
Ich besitze umfangreiche Beweise und Dokumente aus den letzten Jahren. Sollten weiterhin Ungerechtigkeiten gegenüber mir oder anderen passieren, werde ich diese Schritt für Schritt öffentlich machen. Werde ich erneut mit der Polizei bedroht oder als machtloser Patient abgetan, werde ich mich wehren.

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