Rückfall, Selbstverletzung, Inkassobüro: Tage im Ausnahmezustand – und der Weg heraus
Seit Freitag Nachmittag bin ich in einer absoluten Stresssituation. Seit dem Vorfall am Freitag (weiter unten beschrieben) nimmt es kein Ende und täglich kommen neue Stresssituationen und Herausforderungen auf mich zu.
Der Freitag:
Der Auslöser: Ein kaputtes Fahrrad und fehlende Alternativen
Gestern habe ich festgestellt, dass mein Fahrrad einen Reifenplatzer hat. Da ich heute um 14:00 Uhr einen Termin im Zentrum für Psychische Gesundheit (ZPG) für meine Depot-Spritze hatte, schilderte ich der Krankenschwester und meiner Betreuerin rechtzeitig die Situation, um gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.
Mir wird beim Busfahren extrem übel. Deshalb bat ich darum, den Termin um ein paar Tage zu verschieben – zumal es mir gut ging –, mir die Spritze direkt in der Psychiatrie verabreichen zu lassen oder die Anfahrt per Taxi zu organisieren. Aus einer vergangenen Erfahrung, bei der mir zu siebt die Polizei geschickt wurde, um mich zur Spritze in die Psychiatrie zu begleiten, hatte ich enorme Angst, den Termin einfach verstreichen zu lassen.
Doch keine meiner Optionen wurde akzeptiert. Eine angenehme Lösung gab es für mich nicht – mir wurde lediglich gesagt, ich müsse pünktlich erscheinen.
Eine verletzende Aussage vor Ort
Als ich im ZPG ankam, war ich zunächst erleichtert, die Busfahrt ohne Übelkeit überstanden zu haben. Doch während mir die Spritze verabreicht wurde, sagte der Krankenpfleger F. N. wortwörtlich zu mir: „Wir rennen dir nicht hinterher.“
Diese Aussage hat mich tief getroffen. Ich hatte die Situation im Vorfeld auf allen Ebenen offen geschildert und geklärt. Statt Verständnis zu erfahren, wurde mein Anliegen so abgetan.
Die Quittung auf dem Heimweg und der Rückfall
Auf der Rückfahrt im Bus passierte das, wovor ich mich gefürchtet hatte: Nach etwa der halben Strecke überkam mich eine so starke Übelkeit, dass ich an der nächsten Haltestelle aussteigen und mich übergeben musste. Den restlichen Weg – immerhin 45 Minuten – musste ich zu Fuß nach Hause gehen.
Die ganze Zeit über fühlte ich mich vom Fachpersonal ignoriert, entmachtet und provoziert. Der Umstand, dass ich mich auf der Straße übergeben musste, gab mir den Rest. Nach Jahren der Abstinenz kaufte ich mir aus Frust und Überforderung Cannabis für 15 Euro. Zu Hause im Hof nahm ich ein paar Züge – ein kleiner Rückfall. Noch immer von Gefühlen der Hilflosigkeit und Ungerechtigkeit überrollt, schrie ich mein Leid im Hof mehrfach laut heraus.
Nachdem ich wieder in der Wohnung war, verfasste ich sofort eine E-Mail an die Leitung des ZPG, um die Vorfälle und meine Meinung klar und deutlich festzuhalten.
Der Samstag verlief so:
Ich habe nicht geschlafen, habe mich selbst verletzt und auch drei Mal die Telefonseelsorge angerufen.
Habe der Tante, da weiterhin Unwahrheiten erzählt werden, geschrieben dass das aufhören soll und ich eine Entschuldigung erwarte, außerdem habe ich im Affekt und in einem Tief geschrieben dass der Vater doch die Kosten für Beruhigungsmittel übernehmen könnte, da ich diese nicht bezahlt bekomme.
Das mit den Kosten zu übernehmen war ein Fehler, doch ich war nicht mehr ich selbst.
Daraufhin erhielt ich eine Antwort von ihr: "Du bist der größte Lügner” und ich solle sie nicht bedrohen.
Und nochmals an alle Zweifler, ich schwöre, dass ich in meinen Geschichten nicht Lügen verbreite. Aus welchem Grund sollte ich nach langer Zeit lügen? Ich habe nichts davon und würde mich dadurch nur selbst schädigen.
Der Satz ”Du bist der größte Lügner” hat mich den ganzen Tag begleitet und fühle mich wieder in der Täterrolle, wie als Kind und in meiner Jugend.
Ich habe an diesem Tag nichts gegessen und nicht geschlafen.
Der Sonntag:
Noch immer begleitet von dieser Nachricht, ohne Schlaf und nichts im Magen war ich wieder davor mich selbst zu verletzen, habe wieder die Telefonseelsorge angerufen, diese war ein paar Mal besetzt, schließlich hebte ein Mitarbeiter an und ich erzähle ihm alles, auch was dass ich wohl der größte Schauspieler sei und im falschen Leben bin… . Am Nachmittag ging es mir etwas besser und ich habe was gegessen und mich dann hingelegt.
Der gestrige Montag;
In aller Frühe erreichte mich wie in den letzten Monaten von früh bis abends ein Anruf von einem dubiosen Inkassobüro aus Mailand.
Ich habe zurückgerufen und wie bereits oft getan meine Situation geschildert, dass ich meiner Arbeit nachgehe… .
Sie ließen nicht locker, haben Druck ausgeübt und mir gedroht, dass sie das Geld von meiner Pension abziehen werden… .
Ich musste schreien, kam ein weiteres Mal in eine totale Stresssituation und habe die daraufhin ungefähr 50 Mal angerufen, sie per WhatsApp und per E-Mail kontaktiert.
Sie haben mir versichert, mich jetzt nicht mehr zu belästigen.
Die letzten Tage habe ich nur kurz beschrieben, auf jeden Fall war ich in einer unmöglichen Ausnahmesituation und der Stress war eine Herausforderung und hat mich begleitet.
In diesem Moment geht es mir besser, ich habe viel geschlafen und auch gegessen. Fühle mich seit Freitag wieder wohl und hoffe, dass es weiterhin gut klappt.

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