Kriminelle geben sich aktuell als Mitarbeiter der Steuerbehörde oder als Ermittler aus, um an sensible Daten und Bankzugänge zu gelangen. Behörden warnen eindringlich vor der Masche und geben klare Verhaltensregeln.

Eine neue Betrugswelle sorgt aktuell für Alarmbereitschaft bei den Behörden: Unbekannte Täter versuchen mit einer perfiden Täuschung, Bürgerinnen und Bürger um sensible persönliche Daten und finanzielle Zugangsdaten zu bringen. Dabei treten die Betrüger äußerst professionell auf und geben sich wahlweise als Beamte der italienischen Einnahmenagentur (Agenzia delle Entrate) oder als angebliche Polizeikräfte aus.

Die Masche: Kontaktaufnahme über Telefon, E-Mail und Messenger

Das Vorgehen der Täter folgt einem gezielten Muster: Unter dem Vorwand dringender bürokratischer Überprüfungen, angeblicher Unregelmäßigkeiten bei der Steuererklärung oder anstehender Rückerstattungen nehmen sie per Telefonanruf, SMS, E-Mail oder Messenger Kontakt auf. Mit Nachdruck fordern sie die Angesprochenen auf, persönliche Daten preiszugeben, sensible Dokumente zu übermitteln oder Zugangsdaten zu bestätigen.

Das Hauptziel der Betrüger ist der Zugriff auf vertrauliche Anmeldedaten wie SPID-Zugänge, Passwörter, Bestätigungscodes (OTP) oder Bankverbindungen. Wer die geforderten Codes herausgibt, riskiert nicht nur den Diebstahl der eigenen Identität, sondern oft auch den unmittelbaren Verlust von Sparguthaben.

Wichtige Klarstellung der Behörden

Aufgrund der Häufung der Fälle stellen die zuständigen Stellen unmissverständlich klar: Weder Mitarbeiter der Einnahmenagentur noch Angehörige von Sicherheitskräften fordern jemals telefonisch, per E-Mail oder Kurznachricht dazu auf, Passwörter, Bank-PINs oder SPID-Sicherheitscodes zu nennen. Offizielle Mitteilungen der Steuerbehörde über Kontrollen oder Steuerschulden erfolgen ausschließlich über zertifizierte Kanäle wie die PEC (Zertifizierte E-Mail), per Einschreiben oder über den gesicherten persönlichen Bereich des offiziellen Steuerportals.

Wie Sie sich vor der Falle schützen:

  • Keine Zugangsdaten herausgeben: Geben Sie niemals Passwörter, TANs oder SPID-Daten an Dritte weiter – unabhängig davon, wie glaubwürdig sich der Anrufer darstellt.
  • Keine verdächtigen Links anklicken: Öffnen Sie keine Anhänge oder Links in SMS- oder E-Mail-Nachrichten, die angeblich von der Steuerbehörde stammen.
  • Gespräche sofort beenden: Brechen Sie verdächtige Telefonate umgehend ab und rufen Sie keinesfalls über die im Display angezeigte Rückrufnummer zurück.
  • Vorfall melden: Wer vermutet, ins Visier von Betrügern geraten zu sein, oder bereits Daten preisgegeben hat, sollte umgehend die eigene Bank kontaktieren und Anzeige bei der Staatspolizei erstatten.