Nach der Klage von zwölf US-Bundesstaaten gegen die Megafusion von Paramount und Warner Bros. Discovery droht Kalifornien der nächste fette Tiefschlag: Wie The Hollywood Reporter exklusiv erfahren hat, versucht der US-Bundesstaat Tennessee eiskalt, den Hauptsitz des Traditionsstudios abzuwerben. Paramount-Chef David Ellison prüft das Angebot bereits – für Los Angeles steht ein 30-Milliarden-Dollar-Debakel auf dem Spiel.

Der juristische Krieg um die geplante 111-Milliarden-Dollar-Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount nimmt eine völlig neue, politische Dimension an. Nachdem eine Allianz aus zwölf US-Bundesstaaten unter der Führung Kaliforniens am Montag Klage eingereicht hat, um den Mega-Deal zu stoppen, wittern andere Regionen ihre Chance.

In einem exklusiven Bericht enthüllt The Hollywood Reporter ein brisantes Schreiben vom 2. Juli: Stuart McWhorter, der stellvertretende Gouverneur von Tennessee, hat Paramount-CEO David Ellison offiziell dazu aufgefordert, Kalifornien den Rücken zu kehren und den gesamten Hauptsitz des Medienkonzerns nach Tennessee zu verlegen.

Das verlockende Angebot aus dem Süden

In dem Brief wirbt Tennessee aggressiv mit harten wirtschaftlichen Vorteilen: „Unser Erfolg basiert auf Haushaltsdisziplin, niedrigen Steuern, berechenbarer Regierungsführung und der festen Überzeugung, dass der Staat ein Partner für das Wachstum des Privatsektors sein sollte“, heißt es in dem Schreiben an Ellison.

Der Zeitpunkt des Angebots ist kein Zufall. Kalifornien hatte kurz zuvor signalisiert, die Fusion blockieren zu wollen. Paramount hatte den Behörden im Vorfeld sogar angeboten, garantiert 30 Filme pro Jahr mit einem 45-tägigen Kinofenster zu produzieren, um Wettbewerbssorgen zu zerstreuen – doch Kalifornien lehnte eiskalt ab. Nun fliegen die Fetzen, und Berater drängen Ellison laut Berichten von Semafor dazu, die Produktionsgelder aus Kalifornien abzuziehen.

Enge Familienbande nach Tennessee

Ein Umzug nach Tennessee ist im Hause Ellison alles andere als unrealistisch. David Ellison hat tiefe persönliche Wurzeln im sogenannten „Volunteer State“: Er lebte dort zwischen 2014 und 2025 insgesamt elf Jahre lang immer wieder.

Zudem spielen im Hintergrund die Pläne seines Vaters, des milliardenschweren Oracle-Gründers Larry Ellison, eine Rolle: Oracle plant derzeit einen gigantischen neuen Campus in Nashville. Auch Paramount-Co-CEO Clay Magouyrk lebt bereits in Tennessee. Für Warner Bros. Discovery wäre es ebenfalls eine Art Rückkehr – der Konzern besaß bis 2023 einen riesigen Bürokomplex in Knoxville.

Ein 30-Milliarden-Dollar-Albtraum für Los Angeles

Ein Insider und langjähriger Berater von Ellison bestätigte gegenüber The Hollywood Reporter: „Alles wird in Betracht gezogen.“

Sollte Paramount tatsächlich ernst machen und Teile seines gigantischen 30-Milliarden-Dollar-Produktionsbudgets abziehen, wäre das für die Filmmetropole Los Angeles eine absolute Katastrophe. Die Drehtätigkeiten in LA befinden sich ohnehin schon auf einem historischen Tiefstand. Derzeit dreht Paramount im Bundesstaat Kalifornien noch Top-Serien wie Matlock, NCIS und Tracker. Wandern diese Budgets nach Tennessee oder in internationale Märkte wie Großbritannien und Kanada ab, droht der Traumfabrik ein massiver Kahlschlag.

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