Vor zwei Jahren habe ich angefangen, über Social Media das Reflektieren zu lernen. Was ganz klein begann, hat mein Leben verändert: Mein kaum vorhandenes Selbstbewusstsein wurde schrittweise stärker – und ich habe gelernt, meine emotionale Instabilität [oder: Borderline-Erkrankung] viel besser zu regulieren. 💪

Angefangen hat alles ganz simpel in Google Dokumenten. Dort habe ich meine Gedanken und Geschichten aufgeschrieben – zunächst in kurzen Absätzen mit etwa 500 Zeichen, eben so viel, wie in einen einzelnen Social-Media-Beitrag passt.

Die Beiträge, die mir angemessen erschienen, habe ich auf Threads geteilt. Die Rückmeldungen waren unglaublich herzlich. Die lieben Kommentare gaben mir Stück für Stück Vertrauen. Mit der Zeit traute ich mich, auch jene Texte zu veröffentlichen, die ich zuvor noch zurückgehalten hatte.

Aus den wenigen Seiten im Google Doc wurden immer mehr. Meine Texte wurden länger, meine Gedanken tiefer und mein Selbstwertgefühl stabiler. Über die Kommentare entstanden erste echte Kontakte.

Nach einem Jahr wagte ich den nächsten Schritt: Ich teilte meine ersten kurzen Videogrüße. Aus der positiven Resonanz schöpfte ich den Mut, mich immer öfter zu zeigen – bis schließlich längere Videos über mich und mein Leben entstanden. Ich lernte, wieder zu vertrauen.

Vor etwa einem Jahr folgte der nächste Meilenstein: Ich habe eine WhatsApp-Community für mentale Gesundheit gegründet. Nach einem holprigen Start ist daraus eine echte Gemeinschaft gewachsen. Auch dort lerne ich täglich dazu – über Vertrauen, tiefere Reflexion und den Umgang mit meiner Störung. Ich habe eine wunderbare beste Freundin und wertvolle Bekannte dazugewonnen. Mittlerweile zähle ich sie zu meiner kleinen Familie.

Vom stummen Schreiben im Google Doc bis hin zu echten Freundschaften: Ich habe gelernt zu vertrauen, meine Gedanken zu ordnen und mir mein Leben zurückzuholen.