Mitten im Pazifik braut sich ein gigantisches Naturphänomen zusammen: Meteorologische Dienste weltweit und prominente Klimaforscher schlagen Alarm. Die Wassertemperaturen im äquatorialen Pazifik steigen drastisch an – es zeichnet sich ein historisch starker El Niño ab. Experten warnen bereits vor den globalen Folgen für das Klima, die Landwirtschaft und extreme Wetterereignisse.

Was braut sich im Pazifik zusammen?

Normalerweise schieben die Passatwinde das warme Oberflächenwasser des Ozeans nach Westen. Bei einem El-Niño-Ereignis schwächen sich diese Winde jedoch deutlich ab oder drehen sich um. Die Folge: Eine riesige Warmwasserblase drückt nach Osten vor die Küste Südamerikas.

Aktuelle Daten der Wetterbehörden (u. a. NOAA und WMO) zeigen Temperaturabweichungen der Meeresoberfläche, die lokal bis zu 3 bis 4 Grad über dem langjährigen Mittel liegen – Werte, wie sie in dieser Intensität seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen im 19. Jahrhundert kaum gemessen wurden.

Welche Folgen drohen global und regional?

El Niño wirkt global wie ein riesiger Verstärker auf die bereits voranschreitende Erderwärmung:

  • Globale Rekordhitze: Da El Niño seine volle Wärmewirkung meist zeitversetzt im Folgejahr entfaltet, befürchten Wissenschaftler, dass die globalen Durchschnittstemperaturen neue Allzeithochs erreichen könnten.
  • Extreme Wettergegensätze: Während im pazifischen Raum (Australien, Südostasien) Dürren und erhöhte Waldbrandgefahr drohen, führt das Phänomen an den Süd- und Nordamerikanischen Küsten oft zu Starkregen und Überschwemmungen.
  • Indirekte wirtschaftliche Folgen: Schlechte Ernten im pazifischen Raum wirken sich erfahrungsgemäß auch auf die globalen Lebensmittelpreise (z. B. für Kaffee, Kakao und Zucker) aus.
  • Einfluss auf Europa und den Winter: Für Europa sind die direkten Auswirkungen schwer vorherzusagen. Allerdings kann ein extrem starker El Niño den Polarwirbel in der Stratosphäre stören. Das wiederum erhöht das Risiko für plötzliche Kälteeinbrüche und Schnee im Winter – eine Garantie dafür gibt es laut Meteorologen aber nicht.