Alles begann vor vier Jahren mit einem weißen Eingabefeld, einem blinkenden Cursor und genau 500 Zeichen. Damals war es Threads – eine Plattform, auf der ich anfing, ungefiltert das aufzuschreiben, was mir durch den Kopf ging. Keine großen Redaktionspläne, keine Reichweitenstrategien, sondern einfach der Versuch, Worte für das zu finden, was mich bewegte. 500 Zeichen klingen nach wenig Platz, aber wenn man lernt, Gefühle, Erlebnisse und kleine Momente auf den Punkt zu bringen, reicht dieser winzige Raum völlig aus, um eine erste, echte Verbindung zu Menschen aufzubauen.
Dass mir echte, unverfälschte Schicksale so sehr am Herzen liegen, hat auch einen ganz persönlichen Grund: Ich lebe selbst mit der Diagnose Borderline / emotional instabile Persönlichkeitsstörung. Über viele Jahre hinweg habe ich offen über meine eigene Gefühlswelt geschrieben – in lichten Momenten voller Energie genauso wie in den dunkelsten Phasen, in denen jeder Schritt schwerfällt. Das Aufschreiben meiner Gedanken war nicht nur Ventil, sondern hat mir gezeigt, wie heilsam Ehrlichkeit sein kann. Genau diesen Raum, in dem man sich nicht verstecken muss, möchte ich heute auch anderen Menschen und ihren Geschichten geben.
Solltest du aus Südtirol eine eigene Geschichte, ein Erlebnis haben oder von einem Verein berichten oder deine eigene Geschichte erzählen wollen melde dich per E-Mail: info(at)suedtirolmagazin.it
Mit der Zeit merkte ich jedoch, dass der Platz nicht mehr reichte. Manche Gedanken brauchen Luft zum Atmen. Vor einigen Monaten zog es mich deshalb zu Facebook. Dort entstand die Rubrik Nahaufnahme – ein Ort für längere Texte, tiefere Einblicke und Geschichten, die hinter die Fassade blicken. Plötzlich waren es keine kurzen Gedankensplitter mehr, sondern echte Erzählungen aus dem Leben. Und genau dort passierte etwas, das ich nicht erwartet hatte: Die Menschen blieben stehen. Sie lasen nicht nur flüchtig quer, sondern schrieben Kommentare, teilten eigene Erlebnisse und schenkten mir ihre Zeit.
Aus dieser Bestätigung wuchs vor etwas mehr als einem Monat eine Idee, die mich schon länger nicht losgelassen hatte: Warum nicht einen Schritt weitergehen und etwas Eigenes, Größeres für unsere Region schaffen? Ich wollte mich an das Thema News und Geschichten aus Südtirol heranwagen – unabhängig, greifbar und direkt an den Menschen. So wurde das Südtirol Magazin geboren. Ohne riesigen Verlag im Hintergrund, ohne Millionenhilfen, einfach angetrieben von der Leidenschaft, relevante Informationen und ehrliche Geschichten aus der Heimat zu bündeln.
Wenn ich heute zurückblicke, ist dieses Projekt für mich so viel mehr als nur eine Website mit Klickzahlen. Es hat mir ein Selbstvertrauen zurückgegeben, das ich lange Zeit suchen musste. Jede positive Reaktion, jedes ehrliche Feedback und jeder einzelne Leser, der sich anmeldet oder einen Beitrag liest, zeigt mir: Es lohnt sich, an sich selbst zu glauben. Vor vier Jahren war da nur ein Smartphone und der Mut, die ersten 500 Zeichen zu tippen. Heute ist daraus eine Plattform geworden, die täglich Tausende Menschen in Südtirol erreicht.
Transparenz: Was der Betrieb im Monat kostet
Um das Magazin unabhängig, werbefrei und für alle frei zugänglich ohne Bezahlschranke betreiben zu können, fallen fixe monatliche Kosten für Technik und Infrastruktur an:
- Website-Hosting (Ghost Pro): ca. 35 € monatlich
- Recherche- & Analysetools: ca. 20 € monatlich
- E-Mail-Infrastruktur & Newsletter-Versand: ca. 8 € monatlich
- Domain & Server-Wartung: anteilig ca. 16 € monatlich
Insgesamt belaufen sich die laufenden Ausgaben auf rund 79 Euro im Monat.
Wenn euch meine tägliche Arbeit gefällt und ihr einen kleinen Teil dazu beitragen möchtet, die Serverkosten zu decken, freue ich mich riesig über eine kleine Unterstützung – und sei es nur der Gegenwert von einer Tasse Kaffee: