Wie wird man während seiner Präsidentschaft mal eben doppelt so reich? Eine neue, investigative ZDF-Dokumentation wirft ein verdammt helles Licht auf die schmutzigen Deals hinter den Kulissen der Trump-Administration – und zeigt, wie politische Macht im Weißen Haus ganz offen in privaten Profit verwandelt wird.
Es ist eine Doku, die fassungslos macht. In der dreiteiligen ZDF-Dokumentationsreihe „Donald Trump: Sein Milliarden-Netzwerk hinter der Macht“ (abrufbar in der ZDFmediathek) zeichnen die Macher ein erschreckendes Bild einer Präsidentschaft, die Kritiker mittlerweile als „Kleptokratie“ bezeichnen. Abseits der lauten Social-Media-Inszenierungen zeigt die Dokumentation, wie systematisch die Familie Trump ihr politisches Amt nutzt, um das eigene Imperium auszubauen.
Vom "Fixer" zum Kronzeugen: Die Beichte des Michael Cohen
Die Dokumentation beginnt mit einem der spektakulärsten Insider der Trump-Geschichte: Michael Cohen. Über ein Jahrzehnt lang war er Trumps persönlicher Anwalt, sein treuer „Fixer“, der für ihn die Drecksarbeit erledigte und nach eigenen Angaben über 500 Mal Menschen bedrohte und einschüchterte.
Nach seiner Verurteilung packt Cohen nun aus und zeichnet das Bild eines Mannes, dem Regeln und Gesetze völlig egal sind:
„Er sieht es als Spiel, als Herausforderung: Wie können wir das Gesetz bis an die äußerste Grenze ausreizen? Wer mich bescheißt, den bescheiße ich doppelt.“
Die Vietnam-Connection: Wie Zölle zu Golfplätzen werden
Besonders brisant ist das Beispiel Vietnam, das die Doku detailliert aufschlüsselt: Nach einer aggressiven Zollrede Trumps, in der er dem Land heftige Strafzölle androhte, reiste Präsidentensohn Eric Trump nur sechs Wochen später für eine anderthalb Milliarden Dollar teure Luxus-Grundsteinlegung nach Hanoi. Interne Regierungsdokumente zeigen, wie auffällig schnell das Mega-Bauprojekt der Trump-Firma bewilligt wurde. Nur zwei Monate nach der Grundsteinlegung senkte Trump die Zölle für Vietnam wieder drastisch. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Laut Historikerin Anne Applebaum hat es eine solche Dimension in der US-Geschichte noch nie gegeben: Die Trump-Familie nutzt die amerikanische Außen- und Zollpolitik ganz gezielt als Hebel, um Geschäfte für das eigene Imperium zu generieren. Das Ergebnis: Seit Trumps Amtsantritt hat sich sein geschätztes Vermögen von 2,6 Milliarden Dollar auf astronomische 6,3 Milliarden Dollar im Januar 2026 mehr als verdoppelt.
Herrschaft der Angst: Schmeichelnde Tech-Goliaths
Wie tief der Respekt – oder vielmehr die nackte Angst – im Silicon Valley sitzt, zeigt ein beklemmender Ausschnitt eines Treffens im Weißen Haus. Spitzenbosse wie Mark Zuckerberg verwandeln sich vor laufender Kamera in unterwürfige Schmeichler, die Trumps „unglaubliche Führung“ loben. Ex-Spitzenbeamter Miles Taylor, gegen den Trump wegen vermeintlichen Hochverrats ermitteln ließ, erklärt das System dahinter: Die Angst vor Trumps Rache blockiert jeden Widerstand.
Fazit: Ein absolutes Must-Watch
Die ZDF-Dokumentation liefert keine Verschwörungstheorien, sondern knallharte, chronologisch dokumentierte Fakten und packende O-Töne von Wegbegleitern, Kritikern und Historikern. Sie zeigt eine neue Dimension des Machtmissbrauchs, bei der die Grenzen zwischen Staatsamt und Familienkasse vollkommen verschwinden.
Wer verstehen will, wie das System Trump im Jahr 2026 wirklich funktioniert, für den ist diese Dokumentation ein absoluter Pflichttermin.
Direkt oben kannst du dir Teil 1 der Doku ansehen.