Gebete auf dem Friedhof: Mein Kampf gegen 8 Jahre Mobbing
Ich möchte euch heute mitnehmen in meine Schulzeit – in meine Kindheit und Jugend, in der ich täglich gemobbt wurde und regelmäßig an meine Grenzen kam.
Schon in der Grundschule fing das Mobbing an. Ich wurde zum Außenseiter, massiv unterdrückt und schikaniert. Das ging so weit, dass ich manchmal keine Luft mehr bekam und psychisch völlig am Ende war.
Ich besuchte in dieser Zeit manchmal den Friedhof, ging in die Knie und betete vergeblich um Frieden. Fünf Jahre lang ging das so. Ich war einfach nur froh, als ich die Grundschule überstanden hatte, und klammerte mich an die Hoffnung, endlich von den Fesseln des Mobbings befreit zu werden.
Doch kaum in der Mittelschule angekommen, ging alles von vorne los. Ich verstand nicht, was an mir falsch war. Wieder war ich der Außenseiter, wieder das schwächste Glied.
Ich habe erneut extrem gelitten – besonders unter einem Mitschüler, der zweimal sitzengeblieben, dadurch älter war und sich der Skinhead-Szene zugehörig fühlte. Er schikanierte mich täglich körperlich und machte mich verbal psychisch fertig. Er behauptete sogar überall, er hätte mich sexuell misshandelt, was nicht stimmte, mich aber isolierte.
Diese Schulzeit, die über acht Jahre ging, war für mich der reinste Horror. Und das ist nur die Kurzfassung von dem, was ich erleiden musste. Ich war froh, als ich da endlich raus war.
Das Schlimmste daran: Auch zu Hause hatte ich niemanden zum Reden. Niemand hat mich nach meinem Wohlbefinden gefragt. So war ich über acht Jahre lang nicht nur ein Außenseiter, sondern ein absoluter Einzelkämpfer.