Die geplante Veranstaltung mit einem AfD-Jugendsprecher im Unterland löst massive Reaktionen aus: Während sich vor Ort Gegenproteste formieren, ziehen Landeshauptmann Kompatscher und Landesrat Achammer eine unmissverständliche Grenzlinie gegen Rechtsextremismus.

Das Unterlandler Weindorf Tramin droht am Wochenende zum Brennpunkt einer landesweiten politischen Konfrontation zu werden: Die Jugendorganisation der Süd-Tiroler Freiheit hat zu einer Veranstaltung geladen, bei der auch ein prominenter Vertreter der Jugendorganisation der deutschen AfD (Alternative für Deutschland) als Gastredner auftreten soll.

Die Ankündigung schlägt hohe Wellen weit über das Unterland hinaus. Während die Veranstalter das Treffen als jugendpolitischen Austausch deklarieren, wächst der Widerstand rasant: Verschiedene Jugendorganisationen, zivilgesellschaftliche Gruppen und Verbände haben für Samstag bereits Gegenproteste vor Ort angekündigt, um ein klares Zeichen gegen völkisches Gedankengut und rechtsextreme Netzwerke zu setzen.

SVP-Führung bezieht unmissverständlich Stellung

Auf höchster politischer Ebene sorgt die Veranstaltung ebenfalls für schwere Erschütterungen. Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrat Philipp Achammer traten den Entwicklungen nun mit deutlichen Worten entgegen.

Kompatscher fand dabei historische Vergleiche und mahnte eindringlich: Derartige Auftritte und die damit transportierte Rhetorik erinnerten an „eine sehr dunkle Zeit“ der Geschichte. Südtirol mit seiner komplexen Historie und seinem mühsam aufgebauten Minderheitenschutz dürfe keinesfalls zur Bühne für Akteure gemacht werden, die die demokratische Grundordnung infrage stellen.

Auch Landesrat und SVP-Obmann Philipp Achammer stellte unmissverständlich klar: Südtirol brauche keine rechtsextremen Strömungen und dürfe völkischer Ideologie unter dem Deckmantel des Patriotismus keinen Raum gewähren. Das friedliche Zusammenleben der Sprachgruppen und die demokratischen Werte des Landes seien unverhandelbar.

Mit den anstehenden Gegenkundgebungen und den scharfen Mahnungen aus der Landesregierung stehen Tramin und die Südtiroler Parteienlandschaft vor einem politisch hochexplosiven Wochenende.