Ein aktueller Clip der Tagesschau zu Krankschreibung in anderen LändernBiBildbdd
Wer in Deutschland krank wird, zückt das Smartphone, ruft beim Arzt an und kuriert sich aus. Doch wie sieht das eigentlich im Ausland aus? Eine aktuelle Video-Analyse der Tagesschau zeigt: In manchen Ländern drohen bei Krankheit sofort fette Lohnabzüge – und in Italien klopft während des Fiebers sogar unangekündigt der staatliche Kontrolleur an der Haustür.
Die Debatte um Krankmeldungen und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall kocht im Netz immer wieder hoch. Doch während wir uns oft über bürokratische Hürden ärgern, zeigt ein Blick über die Landesgrenzen, wie extrem die Regeln in anderen europäischen Ländern sind. Ein aktueller Clip der Tagesschau beleuchtet die teils drastischen Unterschiede.
Schweden: Wer krank feiert, zahlt sofort drauf
In Schweden gilt seit mehr als 30 Jahren das Prinzip des sogenannten „Karenzabzugs“. Was im ersten Moment harmlos klingt, bedeutet in der Realität einen schmerzhaften Griff ins Portemonnaie:
- Der erste Tag kostet volles Geld: Wer nur einen einzigen Tag wegen einer Erkältung zu Hause bleibt, bekommt für diesen Tag überhaupt kein Gehalt.
- Ab Tag zwei gibt es weniger: Erst ab dem zweiten Krankheitstag zahlt der Staat wieder – allerdings auch nur 80 % des normalen Lohns. Einzig bei den Attesten sind die Schweden entspannt: Erst ab dem achten Tag im Bett verlangt der Arbeitgeber dort eine ärztliche Krankschreibung.
Vereinigtes Königreich: Die „Fitnote“ vom Apotheker
In Großbritannien geht man einen völlig anderen Weg. Hier benötigt man ebenfalls erst ab dem achten Tag eine Krankschreibung, die dort passenderweise „Fitnote“ genannt wird. Das Besondere: Um das überlastete Gesundheitssystem zu schonen, müssen Kranke für dieses Dokument nicht zwingend zum Arzt. Auch qualifizierte Krankenpfleger, Physiotherapeuten oder sogar Apotheker dürfen die Arbeitsunfähigkeit bescheinigen. Zudem ist das Land in der Telemedizin extrem weit vorn: Rezepte und Krankschreibungen lassen sich bequem per App organisieren.
Italien: Unangekündigter Kontrollbesuch im Krankenbett
Richtig ungemütlich wird es dagegen für Arbeitnehmer in Italien. Wer dort krankgeschrieben ist, muss sich auf staatliche Spione einstellen.
- Attest ab Tag eins: Eine Krankschreibung ist ab dem ersten Tag Pflicht und wird vom Arzt direkt digital an die Sozialversicherungsanstalt (IMPS) übermittelt.
- Die Bett-Arrest-Zeiten: Um Missbrauch vorzubeugen, schickt die IMPS stichprobenartig Amtsärzte zu unangekündigten Kontrollbesuchen direkt nach Hause.
- Strenges Zeitfenster: Kranke Arbeitnehmer sind gesetzlich verpflichtet, in den Zeitfenstern von 10 bis 12 Uhr sowie von 17 bis 19 Uhr physisch an ihrem Wohnsitz anzutreffen sein. Wer nicht öffnet, verliert sofort sein Krankengeld und riskiert die fristlose Kündigung.