Ein geplanter Auftritt von Jean-Pascal Hohm sorgt für politischen Zündstoff im Land: Die „Soziale Mitte“ der SVP warnt vor einem gefährlichen Rechtsruck und einer Annäherung an radikale Kreise.
In der Südtiroler Parteienlandschaft sorgt eine Personaleinladung für heftige Kontroversen. Die Süd-Tiroler Freiheit (STF) hat den Jugendsprecher der deutschen Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD), Jean-Pascal Hohm, als Gast zu einem Treffen am kommenden Samstag nach Tramin eingeladen.
Auf scharfe Kritik stößt dieser Schritt beim SVP-Flügel der „Sozialen Mitte“. In einer Stellungnahme warnte der Vorstand vor einer bewussten Radikalisierung am rechten Rand. „Der zunehmende Rechtsruck und die Annäherung an die AfD sind das falsche Signal für Südtirols Jugend“, betonte die Vorsitzende Gabi Morandell.
Gerade vor dem Hintergrund der jüngsten Feierlichkeiten zum 80-jährigen Bestehen des Pariser Vertrags dürfe Südtirol nicht als Plattform für spaltende Politik dienen. Südtirols Identität und Autonomie seien das Ergebnis von Dialog und friedlichem Zusammenleben, so die Vertreter der Sozialen Mitte. „Aus berechtigtem Stolz auf die eigene Heimat darf kein politisches Konzept der Abgrenzung werden“, unterstrich der stellvertretende Vorsitzende Andreas Pramstraller.
Auch Vorstandsmitglied Hannes Unterhofer äußerte Bedenken bezüglich der Signalwirkung: Junge Menschen bräuchten Vorbilder, die Brücken bauen, anstatt gesellschaftliche Gruppen gegeneinander auszuspielen. Es gebe einen gravierenden Unterschied zwischen einer kritischen politischen Auseinandersetzung und einer gezielten Annäherung an rechtsextreme Strukturen.
Die geplante Veranstaltung in Tramin dürfte die Debatte um die Ausrichtung der patriotischen Opposition und die Grenzziehung zum extremen Rand in den kommenden Tagen weiter anheizen.

