Italien steuert auf einen historischen Tourismus-Sommer zu: Über 276 Millionen Übernachtungen wurden landesweit registriert. Auch Südtirols Unterkünfte und Almen meldeten über die Sommermonate Spitzenwerte – während die Debatte um Overtourism weiter schwelt.

Italien bleibt eines der weltweit gefragtesten Reiseziele: Mit mehr als 276 Millionen touristischen Präsenzen verzeichnet das Land einen Allzeit-Rekord. Angetrieben wird dieses historische Ergebnis vor allem von ausländischen Gästen, die den heißen Sommer für Urlaube zwischen Küste, Kulturstädten und Bergen nutzten.

Südtirol als Zugpferd im alpinen Raum

Während im Süden oft die Strände das Bild prägen, verzeichneten die nördlichen Regionen – allen voran Trentino-Südtirol – einen massiven Zulauf. Vor allem in den Hitzeperioden suchten Hunderttausende Urlauber aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Süditalien die Abkühlung in den Dolomiten, den Seitentälern und auf den Höhenwegen.

Sowohl klassische Berghotels als auch Ferienwohnungen und Campingplätze meldeten vielerorts eine Vollauslastung. Auch Gastronomie und Bergbahnen blicken auf umsatzstarke Wochen zurück.

Rekordzahlen befeuern Overtourism-Debatte

Wo viel Licht ist, wächst jedoch auch die Kritik: Die enormen Gästezahlen verschärfen in Südtirol die anhaltende Diskussion über die Belastungsgrenzen von Infrastruktur, Umwelt und Einheimischen. Überfüllte Bergstraßen, verstopfte Pässe, Dauerstaus im Pustertal und überlaufene Hotspots wie der Pragser Wildsee oder die Seiser Alm zeigen die Schattenseiten des Rekord-Sommers.

Während Branchenvertreter die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus als Rückgrat des Landes hervorheben, fordern Bürgerinitiativen und Naturschützer zunehmend griffige Obergrenzen und ein Umdenken bei der Besucherlenkung.