Triggerwarnung: Dieser Artikel beschreibt ungeschönt meine frühere Drogensucht, psychische Zusammenbrüche und einen Suizidversuch. Wenn dich diese Themen belasten, lies bitte nicht weiter oder stelle sicher, dass du Unterstützung an deiner Seite hast.
Vor ungefähr sieben Jahren steckte ich tief in einer Drogensucht fest. Dieser Zustand dauerte über zwei verdammte Jahre an. Ich habe exzessiv gekifft – bis zu 20 bis 25 Joints am Tag – und auch mehrmals Kokain konsumiert.
Fast jeden zweiten oder dritten Tag musste ich mir neuen Nachschub besorgen. Das war der reinste Horror für mich: Einerseits, weil es kriminell und gefährlich war, und andererseits, weil es extrem viel Geld verschlang.
Mein Alltag war völlig entgleist. Ich habe stundenlang Pornos geschaut, nach sexuellen Kontakten gesucht und mich kaum noch ernährt – das Chaos in meiner damaligen Wohnung spiegelt das nur zu gut wider.

Über ein Jahr lang ging das so weiter, bis mich die körperliche und psychische Erschöpfung komplett überrollte. Ich war am absoluten Tiefpunkt.
Der Tag, an dem gar nichts mehr ging
Eines Tages stand ich weinend und schreiend auf. Ich konnte einfach nicht mehr. Ich legte mir über 20 Pillen zurecht, schrieb einen kurzen Abschiedsbrief und bedankte mich bei meinen zwei engsten Kontakten. Schließlich nahm ich die Pillen nacheinander ein.
Mir wurde extrem übel und schwindelig. Alles drehte sich, und ich bekam körperliche Zustände, die ich niemandem wünsche. Doch genau diese heftige körperliche Reaktion war am Ende meine Rettung: Aus der Panik heraus schaffte ich es, einen Freund anzurufen. Er zögerte nicht und wählte sofort den Notruf.
Die Rettungskräfte brachten mich ins Krankenhaus. Ab diesem Moment verliert sich meine Erinnerung. Erst am nächsten Morgen wachte ich auf der Intensivstation auf – von wo aus ich anschließend in die Psychiatrie verlegt wurde.
Heute teile ich diese Geschichte, weil sie Teil meines Weges ist. Aber vor allem, um zu zeigen: Selbst wenn du glaubst, dass es keinen Ausweg mehr gibt – es gibt ihn.
Wenn du oder jemand, den du kennst, Hilfe braucht:
- Notruf (Europa): 112
- TelefonSeelsorge (DE/AT): 0800 111 0 111 / 0800 111 0 222
- Telefonseelsorge (Südtirol): 0471 052 052

