Wenn man einen Menschen schon über 18 Jahre lang kennt und mit ihm durch dick und dünn gegangen ist, möchte man diese Freundschaft weiter pflegen und auf sie aufbauen. Das ist meiner Meinung nach nichts, was man einfach wegwirft – oder doch?
Ich habe seit über 18 Jahren einen Menschen in meinem Leben, der immer da war, wenn ich ihn brauchte. Wir sind durch dick und dünn gegangen. Doch seit 4 Jahren hat sich diese Freundschaft ins Negative verändert. Es dreht sich alles nur noch darum, dass er mir erzählt, seine Mutter sei alt und lebe nicht mehr lange, um Geld und Aktien, um Sex-Dates – und darum, mich zu kritisieren und anzupöbeln.
Seit über 4 Jahren spielt sich das gleiche Muster ab. Ich schaffe es nicht mehr, das zu akzeptieren. Ich fühle mich nicht mehr wohl und fühle mich im Stich gelassen.
Seit 4 Jahren kommt er immer nur von 16:30 bis 18:00 Uhr zu mir. Vorher ist er immer bei seiner Mutter. Spreche ich ihn darauf an, weil ich mir wünsche, dass er auch mal früher kommt, ist die Enttäuschung meinerseits vorprogrammiert.
Ist er bei mir, gehen wir in ein Café etwas trinken oder kochen zusammen. Es dauert aber nie lange und er verschwindet wieder, weil er ein Date ausgemacht hat. Spreche ich ihn darauf an, ob das wirklich sein muss, kommt nur ein trockenes „Ja“.
Wir unternehmen nichts mehr und alles steht still. Es ist, als würde ich ganz alleine versuchen, an einer tiefgefrorenen Freundschaft etwas zu ändern, ohne etwas bewirken zu können.
Er hilft mir manchmal finanziell weiter, wenn ich es nicht schaffe, über die Runden zu kommen – was ich ihm hoch anrechne. Doch er nimmt genau das immer wieder als Argument und Vorwand, wenn ich mir von ihm mehr Einsatz in der Freundschaft wünsche.
Es ist, als würde ich gegen eine Wand reden – konfrontiert mit Ausreden, von denen er meint, ich müsste mich darüber auch noch freuen.
Vor einigen Tagen, als ich ihn fragte, ob er vorbeikommt, war er wieder von früh bis spät bei seiner Mutter. Er sagte mir, dass er später komme und dafür „sogar sein Sex-Date für mich sausen lasse“… Mich hat das unglaublich wütend gemacht und tief enttäuscht.
Er scheint seine eigenen Ausreden so sehr zu glauben und als großen Freundschaftsdienst zu sehen, dass er gar nicht merkt, was er mir damit antut.
Er scheint nicht zu verstehen, was Freundschaft für mich bedeutet. Ich bin es leid und habe deshalb eine Pause eingelegt.
Ich habe im Moment einfach keine Kraft und keine Lust mehr auf seine nächsten Ausreden, Vorwürfe und Verletzungen.

