Als mich vor einigen Jahren die Depressionen so richtig heimgesucht haben, ging gar nichts mehr. Drei Wochen lang habe ich mich komplett zurückgezogen. Ich bin nicht mehr aus dem Haus gegangen und hatte schlichtweg keine Kraft mehr.

Es ist schwer zu beschreiben, wie sich das anfühlt: Es ist, als würde ein riesiger, tonnenschwerer Stein auf deiner Brust liegen, der dir jeden Atemzug erschwert. Jeder Schritt fühlt sich an, als müsstest du dich durch zähflüssigen Teer kämpfen. Selbst die kleinsten alltäglichen Dinge – aufstehen, ein Glas Wasser holen oder das Fenster öffnen – wirken wie das Besteigen eines riesigen Berges. Im Kopf herrscht eine Taubheit, eine absolute Leere, gepaart mit einer bleiernen Müdigkeit, die man nicht einfach 'schlafen' kann.

Nach diesen drei Wochen habe ich mir vorgenommen, mit ganz kleinen Schritten anzufangen:

  • Phase 1: Jeden Tag 15 Minuten draußen im Hof verbringen.
  • Phase 2: Jeden Tag 5 Minuten zu Fuß zum Müll bringen.
  • Phase 3: Nach zwei Wochen schaffte ich wieder den Weg ins Café.
  • Phase 4: In der dritten Woche fuhr ich mit dem Fahrrad 30 Minuten zum Bachufer.

Wenn du am Boden liegst, musst du nicht sofort einen Marathon laufen. Es reichen die kleinsten Schritte – solange du sie gehst.