Eigentlich bin ich ganz normal gebaut. Doch durch verschiedene Umstände hat sich in den letzten Jahren etwas verändert: Ich habe einen Bauch bekommen – und ertappe mich dabei, wie ich mich dafür schäme. Ja, auch Männer kennen dieses Gefühl, wenn der eigene Körper nicht mehr so aussieht wie mit Mitte zwanzig.

Früher war ich immer sehr schlank. Heute sieht man den Bauch deutlich durch normale T-Shirts hindurch. Besonders wenn ich unter Menschen gehe, schleicht sich plötzlich eine tiefe Unsicherheit ein. Man fängt an, weite Kleidung zu tragen, zieht unbewusst im Sitzen den Bauch ein oder vermeidet bestimmte Haltungen.

Mein Bauch

Ein spontaner Besuch im Schwimmbad oder am See? Ohne T-Shirt fühlt sich das momentan wie eine riesige mentale Hürde an. Man stellt sich die quälende Frage, wie man mit 40 Jahren in den Augen anderer wirkt, ob das noch „normal“ ist oder ob Blicke an einem hängen bleiben. Über das Körperbild von Frauen wird viel gesprochen, aber auch wir Männer stehen unter dem unsichtbaren Druck, immer fit, definiert und makellos wirken zu müssen.

Dabei vergisst man oft: Der Körper ist kein starres Ausstellungsstück. Er erzählt Geschichten von Lebensphasen, von Krankheiten, von Stress, aber auch von gemütlichen Momenten. Ein Schamgefühl lässt sich nicht von heute auf morgen per Knopfdruck abstellen.

Doch genau hier beginnt die eigentliche Aufgabe: Zu verstehen, dass der eigene Wert nicht am Bauchumfang hängt. Es geht darum, Frieden mit den Veränderungen zu schließen, die Spuren des Lebens zu akzeptieren und Schritt für Schritt wieder zu lernen, sich selbst so zu mögen, wie man heute im Spiegel steht.

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Manche Geschichten brauchen Jahrzehnte, bis sie erzählt werden können. Nicht, weil sie vergessen wurden, sondern weil die Erinnerung daran zu viel Kraft kostet. Jahrelang habe ich geschwiegen, weggeschaut und versucht, die Schatten meiner Vergangenheit zu verdrängen. Doch Schweigen heilt keine Wunden. In diesem Beitrag nehme ich dich mit durch die